DIE GLORREICHEN 7: SO ÜBERSTEHT DEIN GARTEN 2 WOCHEN URLAUB
Koffer gepackt? ✅
Reisepass eingesteckt? ✅
Sonnencreme dabei? ✅
Und dann kurz vor der Abfahrt noch ein letzter Blick in den Garten.
"Das wird schon gehen."
Die gute Nachricht: Meistens geht es tatsächlich.
Die schlechte Nachricht: Dein Garten schraubt in deiner Abwesenheit seine Anspruche nicht zurück.
Wer vor der Abreise ein paar einfache Vorbereitungen trifft, kann seinen Urlaub deutlich entspannter genießen und muss nach der Rückkehr nicht zuerst den Gartenschlauch statt den Koffer auspacken.
Was bei dir im Urlaub gilt, gilt auch in der Zwischenzeit für Deinen Rasen zu Hause:
Nr 1 - Die gute alte Nachbarschaft ☺️
Wenn Du einen hilfsbereiten Nachbarn hast, kannst Du die restlichen sechs Tipps eigentlich überspringen.
Denn seien wir ehrlich: Jemand, der alle paar Tage kurz nach dem Rechten sieht, die Gießkanne schwingt und vielleicht noch die reifen Tomaten erntet, ersetzt jede Zeitschaltuhr und jedes Bewässerungssystem.
Biete ihm ruhig an, während Deiner Abwesenheit Erdbeeren, Himbeeren, Gurken oder Tomaten zu ernten, so schlägst Du zwei Fliegen mit einer Klappe.
✅ DO'S
- Nachbarn, Freunde oder Verwandte rechtzeitig fragen.
- Eine kurze Einschulung machen.
- Ernten ausdrücklich erlauben.
- Wichtige Bereiche zeigen.
❌ DON'TS
- Erst am Vorabend jemanden suchen.
- Alles dem Zufall überlassen.
- Annehmen, dass jeder weiß, was zu tun ist.
- Reifes Obst und Gemüse hängen lassen.
Herzlichen Glückwunsch. Dein Gartenurlaub ist praktisch schon organisiert. Fertig. Beitrag beendet. Für alle anderen kommen jetzt noch die restlichen sechs Tipps. ☺️
Nr 2 - Wasser marsch 💦
Kurz bevor es losgeht, wird oft noch schnell fünf Minuten gegossen. Für das Gewissen vielleicht gut. Für Deinen Garten eher weniger.
Wer seinen Garten während des Urlaubs möglichst stressfrei versorgen möchte, sollte sich bereits einige Tage vorher Gedanken über die Bewässerung machen.
✅ DO'S
- Lieber selten und durchdringend bewässern.
- Früh morgens oder spät abends gießen.
- Bewässerungsuhren oder Zeitschaltuhren nutzen.
- Große Kübelpflanzen in den Sprengbereich stellen.
- Gemüsebeete möglichst in die Beregnung integrieren.
❌ DON'TS
- Täglich nur oberflächlich gießen.
- Erst am Abreisetag an die Bewässerung denken.
- Empfindliche Pflanzen vergessen.
- Ausschließlich auf Regen vertrauen.
Nr. 3 - Schatten statt Schaden ⛱️
Viele schneiden den Rasen vorher extra kurz, damit er möglichst lange ordentlich aussieht. Genau das kann im Sommer zum Problem werden. Denn wenn niemand zum Bewässern kommt und die Sonne ordentlich Gas gibt, wird aus Deinem GREEN schneller eine kleine Sahara als Dir lieb ist.
✅ DO'S
- Den Rasen vor dem Urlaub etwas länger stehen lassen.
- Die Schnitthöhe im Sommer generell etwas erhöhen.
- Den Boden möglichst beschatten.
- Die Mähintervalle des Roboters reduzieren.
❌ DON'TS
- Den Rasen direkt vor dem Urlaub extrem kurz mähen.
- Den Mähroboter täglich weiterfahren lassen.
- Auf einen Regenschauer hoffen, der vielleicht nie kommt.
Nr. 4 - Düngen? Please not. 🌱
Kurz vor dem Urlaub noch schnell düngen, damit der Rasen in Deiner Abwesenheit richtig Gas gibt? Klingt gut, ist es aber meistens nicht.
Denn Wachstum bedeutet Wasserbedarf. Und genau davon ist im Hochsommer oft ohnehin zu wenig vorhanden.
Außer Du weißt bereits heute, dass während Deiner gesamten Abwesenheit zwei Wochen lang angenehme Temperaturen herrschen und regelmäßig Niederschlag fällt. Falls Du diese Fähigkeit besitzt, solltest Du übrigens weniger Gartenblogs lesen und mehr Lotto spielen. 😉
✅ DO'S
- Düngearbeiten auf die Zeit nach dem Urlaub verschieben.
- Regenperioden für größere Pflegemaßnahmen nutzen.
- Pflanzen bereits einige Wochen vorher gut versorgen.
❌ DON'TS
- Kurz vor der Abreise düngen.
- Wachstum fördern, wenn niemand bewässern kann.
- Auf perfekte Wetterprognosen vertrauen.
Nr. 5 - Unkraut vergeht nicht 🌿
Disclaimer: Stimmt leider wirklich.
Während Du am Strand liegst, macht das Unkraut keine Pause. Im Gegenteil. Oft hat man nach dem Urlaub das Gefühl, als hätten die unliebsamen Mitbewohner die Abwesenheit für einen kleinen Wachstumsschub genutzt.
Deshalb lohnt es sich, vor der Abreise noch einmal durch Beete, Wege und Pflanzflächen zu gehen und alles zu entfernen, was dort eigentlich nicht hingehört.
✅ DO'S
- Beete vor der Abreise gründlich jäten.
- Wege und Pflanzflächen kontrollieren.
- Mulchschichten bei Bedarf ergänzen.
❌ DON'TS
- Das Unkrautproblem auf nach dem Urlaub verschieben.
- Beete zwei Wochen komplett sich selbst überlassen.
- Hoffen, dass sich das Problem von alleine löst.
Nr. 6 - Kahlschlag im Beet 🍅
Alles was reif ist, sollte vor dem Urlaub unbedingt geerntet werden.
Tomaten, Gurken, Zucchini, Beeren oder Obst warten nämlich nicht darauf, bis Du wieder zuhause bist.
Und falls Dein Nachbar als Greenkeeper einspringt, darf er natürlich gerne weiter ernten. Das erhöht bekanntlich die Motivation enorm. 😉
Sonst gilt leider zu oft: "Wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die Mäuse auf dem Tisch."
Und genau so freuen sich auch Schnecken, Wespen und andere Gartenbewohner über überreifes Obst und Gemüse.
✅ DO'S
- Reifes Obst und Gemüse vollständig ernten.
- Dem Nachbarn das Weiterernten erlauben.
- Überreife Früchte entfernen.
❌ DON'TS
- Tomaten, Gurken oder Beeren hängen lassen.
- Fallobst im Garten liegen lassen.
- Schnecken, Wespen und Co. zum Gartenfest einladen.
Nr. 7 - Alles hat seinen Platz 📦
Kurz vor der Abreise lohnt sich noch eine kleine Gartenrunde.
Lose Töpfe, Gartengeräte, Bewässerungsschläuche oder Pflanzgefäße haben die erstaunliche Eigenschaft, genau dann im Weg zu stehen, wenn ein Sommergewitter vorbeizieht.
Auch empfindliche Kübelpflanzen freuen sich über einen geschützten Platz. Wer größere Töpfe näher zusammenstellt, schafft oft ein besseres Mikroklima und reduziert zusätzlich die Verdunstung.
Kurz gesagt: Alles an seinen Platz.
✅ DO'S
- Gartengeräte verräumen.
- Schläuche ordentlich aufrollen.
- Kübelpflanzen gruppieren.
- Empfindliche Pflanzen geschützt platzieren.
❌ DON'TS
- Alles dort liegen lassen, wo es gerade steht.
- Töpfe einzeln in die pralle Sonne stellen.
- Alles sich selbst überlassen.
Keine Panik auf der Titanic.
Auch wenn Du zwei Wochen unterwegs bist, wird Dein Garten in dieser Zeit nicht sterben.
Wahrscheinlich wirst Du beim ersten Rasenmähen etwas länger brauchen. Wahrscheinlich wirst Du etwas mehr ausgrassen müssen. Und ja, vielleicht verabschiedet sich die eine oder andere Topfpflanze in Deiner Abwesenheit.
Aber die meisten Gärten sind deutlich robuster, als wir glauben.
Fazit.
Ehrlich gesagt: Ich könnte meinen Garten keine zwei Wochen komplett alleine lassen.
Immerhin kümmere ich mich das ganze Jahr darum, dass alles ordentlich aussieht, die Beete Ertrag bringen und das alles im GRÜNEN Bereich bleibt.
Da würde ich mich nicht einfach aus dem Staub machen, ohne für einen vernünftigen Ersatz zu sorgen.
Gott sei Dank gibt es da ein paar Menschen, auf die ich mich immer verlassen kann. Und die freuen sich meistens auch, wenn sie während meiner Abwesenheit fleißig die Beerensträucher plündern oder sich die eine oder andere Tomate sichern dürfen.
Wer niemanden hat, ist mit den GLORREICHEN SIEBEN aber bestens aufgestellt.
Und noch etwas möchte ich Dir mitgengen:
Auch wenn Du alles richtig machst, kann der Rasen einmal braun werden. Auch wenn Du regelmäßig gießt, kann der Basilikum plötzlich die Blätter hängen lassen.
Manchmal ist das einfach so. Wir können uns noch so sehr bemühen, aber die Natur hat manchmal ihren eigenen Willen.
Deshalb: Bereite Deinen Garten so gut wie möglich vor, genieße Deinen Urlaub und lass Dich nicht pflanzen.
Die meisten Gärten sind robuster, als wir es ihnen zutrauen.
Bei Fragen könnt ihr euch gerne jederzeit direkt melden!
LG Georg, Eigentümer PRO GREEN