SPORTPLATZDÜNGEN IST KEIN HEXENWERK!
Warum so viele Menschen Panik vorm richtigen Düngen haben...
…versteh ich wirklich nicht. Denn Düngen ist absolut kein
Hexenwerk sondern für mich ein PRO GREEN Werk.
Das Schlimmste? Aufgrund von Unwissenheit nicht zu düngen nimmt Dir jede Chance deinen
Rasen auf PRO-Niveau zu heben und über die ganze Saison hin in Bestform zu
performen.
Also hast Du kurz Zeit? Dann erklär ich Dir hier mein Dünge 1x1 ganz einfach unkompliziert und auf fast alle Verhältnisse anwendbar.
READY? LET’S GREEN.
Vorbereitung ist das halbe Leben, auch beim Düngen.
1. Lage des Platzes:
Je nach Ausrichtung und Lage, können die Bedürfnisse deines Rasen stark
unterschiedlich sein. Ein Platz unmittelbar neben einem Waldstück wird zum
Beispiel weniger mit Feuchtigkeit kämpfen, dafür aber umso mehr mit
Pollenanflug. Ein Rasen der sich auf einer Freifläche befindet, hat mit weniger
Anflug zu kämpfen, dafür aber mit Trockenheit, wenn immer der Wind durchbläst.
2. Bodenbeschaffenheit:
Je nach Lage des Platzes kann auch die Bodenbeschaffenheit stark variieren. In
Stadien freilich wird der Boden exakt aufgebaut, so dass jede Schicht
ausreichend vorhanden ist. In meinem Gemeindestadion hab ich den Luxus meistens
nicht und muss mit dem leben was ich habe.
3. Strapazierung:
Wie häufig dein Platz bespielt wird ist nicht nur für die Düngung sondern auch
für die Nachsaat in Kombination mit der Düngung entscheidend.
Je nachdem wie viele Teams auf Euren Plätzen
trainieren, umso mehr wird er beansprucht und umso mehr Aufmerksamkeit braucht
er auch.
4. Bewässerung:
Könnt Ihr euren Dünger jederzeit ausbringen, weil Ihr auf professionelle
Bewässerung zurückgreifen könnt oder müsst Ihr Euch am Wetter und den
Regenfenstern orientieren. Flexibel reagieren zu können ist hier natürlich ein Vorteil.
Bevor Du also ins Düngegame einsteigst, stell dir folgende Fragen:
🟢 Wie ist die Lage meines Sportplatzes?
🟢
Wie ist die Bodenbeschaffenheit meines Platzes?
🟢
Wie sehr wird mein Platz strapaziert?
🟢
Bin ich beim Düngen abhängig vom Wetter oder flexibel durch eine Bewässerung?
Finde den richtigen Dünger.
Dünger gibt es zwar nicht ganz so viel wie Sand am Meer, aber vielleicht so viel wie Grashalme auf Deinem Platz.
Das Motto meines Blogs ist ja die Tipps so einfach wie möglich zu gestalten, deshalb quäle ich euch jetzt nicht mit unnötigem Fachchinesisch, aber ein paar grundlegende Infos sind sicher nicht schlecht.
MINERALISCH / PFLANZLICH / BIO
Nachhaltigkeit ist in aller Munde, aber muss es immer gleich das teure Bio Produkt sein? Das ist eine Frage, die Ihr für Euch beantworten müsst. Ich gebe Euch einen kurzen Überblick.
Mineralisch:
Wirkt schnell und direkt. Perfekt wenn dein Rasen akut etwas braucht. Kann aber den Rasen auf lange Zeit überfordern und verdichten.
Pflanzlich / Organisch:
Pflanzliche bzw. organische Dünger wirken manchmal langsamer, dafür nachhaltiger und baut den Boden langfristig auf.
Biologisch:
Ähnlich wie organisch, oft noch stärker auf Nachhaltigkeit ausgelegt.
Ich persönlich arbeite gerne mit organischen Langzeitdüngern, weil sie einfach ruhiger arbeiten und der Rasen konstanter versorgt ist.
NPK 7/7/7 oder NPK 0/20/20? Nein keine mathematische Formel, aber auch nicht so einfach zu verstehen, wenn man nicht weiß was dahinter steckt.
Ich kläre euch auf:
N = Stickstoff
P = Phosphor
K = Kalium
Die Nummern geben an, wie viele Teile davon enthalten sind.
Und genau hier kannst du schon anfangen, Deinen Dünger gezielt auszuwählen.
Also entweder Du greifst hier gezielt ein oder Du setzt auf einen
Ausgeglichenen Dünger, der den Boden und die Pflanze durchgehend mit den wichtigsten Nährstoffen versorgt.
Hier kommt es ganz darauf an, was für Dich leichter zum Handhaben ist. Für die Granulatausbringung am Sportplatz macht ein Düngewagen Sinn. Flüssigdünger verteilst du am besten mit einer Spritze über dem Sportplatz.
Granulat:
Wird am häufigsten eingesetzt, ist leicht auszubringen und die Nährstoffe verteilen sich mittels Bewässerung gleichmäßig und über einen längeren Zeitraum verteilt.
Kann auch auf kleinen Flächen schnell manuell verteilt werden.
Flüssigdünger:
Dünger in flüssiger Form wirken schneller, um sie jedoch gleichmäßig zu verteilen, benötigst Du auf jeden Fall geeignete Produkte zum Ausbringen.
Wenn Du schneller Ergebnisse brauchst, kannst du mit Flüssigdüngern arbeiten.
UNIVERSALDÜNGER VS. EINZELDÜNGER
Universaldünger decken die Grundversorgung ab und sind für die meisten Plätze absolut ausreichend.
Einzeldünger brauchst Du dann, wenn Du gezielt eingreifen willst. Bei einer professionellen Bodenanalyse werden alle Komponenten gemessen und im Anschluss kannst Du gezielt die richtigen Schritte setzen.
Du kannst auf jeden Fall auch diese zwei Varianten kombinieren und über das Jahr verteilt mit dem Universaldünger die Grundversorgung decken und gezielt mit Einzeldünger während Stressphasen ausgleichen und nachbessern.
BODENDÜNGER VS. BLATTDÜNGER
Am Sportplatz nicht von allzu großer Bedeutung, aber vielleicht denkt Ihr ja auch gleichzeitig Eure Gärten zu Hause mit.
Bodendünger:
Der Klassiker. Wird über den Boden aufgenommen und wirkt langfristig.
Blattdünger:
Wird direkt über das Blatt aufgenommen und wirkt schneller und somit ideal wenn du kurzfristig reagieren musst.
Und jetzt kommts. Woher weiß ich, wie ich richtig dünge?
Viele Greenkeeper haben von vorneherein Angst, etwas falsch
zu machen.
Wenn Du dir jetzt meine Anleitung durchgelesen hast und dir denkst, jetzt weiß
ich schon viel mehr als davor, dann hab ich meinen Job schon nicht so schlecht
gemacht.
Aber jetzt bist du dran.
Und die gute Nachricht zuerst:
Es ist wie bei allem: noch kein PRO ist vom Himmel gefallen.
Düngen ist auch bei mir manchmal noch eine Gefühlssache. Wichtig ist, dass Du deinen Platz kennst, dann lernst Du schnell, was er wann braucht. Wenn Deine Pflanzen zu Hause alles hängen lassen, nicht mehr nachwachsen und auch nach der Bewässerung keine Besserung zu sehen ist, dann wirst Du auch mit Dünger nachhelfen.
Die Ausgangslage am Platz sollte aber so sein, dass es gar
nicht erst zu diesen Auslaugungserscheinungen kommt.
Im besten Fall düngst Du so, dass dein Rasen immer ausreichend versorgt ist.
Mein Credo in diesem Fall lautet: lieber regelmäßig und konstant, als einmal viel und dann wieder ewig nichts.
Was mir extrem geholfen hat? Routine und Verschriftlichung:
⚪ Wann
habe ich gedüngt?
⚪ Welchen
Dünger habe ich verwendet?
⚪
Wie
hat sich mein GREEN entwickelt?
So lernst Du Deinen Platz richtig kennen.
ZEITPUNKT
Wie oben schon erwähnt, lieber früher vorbeugen als später teuer nachbessern.
✅ Nutze Regenfenster schlau
✅ Bringe den Dünger aus, solange der Morgentau noch über dem Rasen liegt
✅ Kombiniere Rasennachsaat und Düngung
WANN DU AM BESTEN NICHT DÜNGST
❌
bei
großer Hitze
❌
bei
Trockenstress
❌
vor
Starkregen
❌
bei
gefrorenem Boden
Fazit. Sportplatzdüngen ist wirklich kein Hexenwerk.
Es braucht einen Plan, die richtigen Mittel und ein bisschen
Gefühl, dann ist Euer Platz in der Saison sicher auf PRO-Niveau unterwegs.
Schreibt Euch am besten auf, wann ihr was erledigt und welche Mittel gut funktionieren.
Zu Beginn lohnt es sich auf jeden Fall auch in eine professionelle Bodenanalyse zu investieren, dann wir nämlich aus einem Ratespiel schnell ein strategischer Plan, der wirklich PRO-Ergebnisse liefert.
Und für alle nicht Platzwarte, die das jetzt lesen:
Ja, so viel müssen Greenkeeper wissen und so viel Aufwand steckt hinter dem
perfekten GREEN.
Also wenn Ihr das nächste Mal am Fußballplatz steht und den
Rasen anschaut, dann gebt doch gerne mal ein Lob weiter.
Das motiviert mehr als man glaubt.
Bei Fragen könnt ihr euch gerne jederzeit direkt melden!
LG Georg, Eigentümer PRO GREEN